Hackathon zum Zweiten


Der «2nd Swiss Open Cultural Data Hackathon» in der Universitätsbibliothek Basel. (Bild: Manuela Schwendener)

Auftritt Hacker: Bereits zum zweiten Mal veranstalten Open Data Schweiz und die Arbeitsgruppe OpenGLAM («galleries, libraries, archives, museums») einen «Swiss Open Cultural Data Hackathon». Nach meinem Onlinespiel «Tarot Freecell», das ich anlässlich des ersten Schweizer Kultur-Hackathons geschrieben habe, wage ich mich dieses Mal an ein Spiel, das mehr als sieben Jahrhunderte überbrückt. Mithilfe meines Backgammon-Algorithmus lässt «Manesse Gammon» einen Spieler aus dem Jahr 1300 wieder auferstehen. Ein schwieriger Gegner: Er spricht nur Mittelhochdeutsch, und er hat ein gutes Händchen beim Würfeln.


«Manesse Gammon»: Frühmittelalterliches Online-Gaming.

PS: «Tarot Freecell» und «Manesse Gammon» im Wiki von Open Data Schweiz.

PPS: Der Kultur-Hackathon ruft auch Medien und Blogger auf den Plan. Zum Beispiel die Basler «Tageswoche», das Migros-Kulturprozent oder das Staatsarchiv Basel-Stadt.

Rock the City

Rock the City: Blues Green im Freiburger Stadtclub «Sous-Sol». (Bild: Katharina Jeger).

Zukunft namens «Digezz»

Auf «Digezz», der Website des Studiengangs «Multimedia Production» der Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur, geht das Frühjahrssemester 2016 zu Ende. Mehr als 200 neue Multimediabeiträge meiner Studierenden sind in den vergangenen Wochen und Tagen online gegangen, und darunter gibt es herausragende Produktionen: das Tippspiel zur Fussball-EM namens «Tippicletta» etwa, den 3D-Comic «Die Kirschtorte», das «House-of-Cards»-Intro made in Berne oder die Brush-Lettering-Computerschrift «Fourteen Dreams». Beiträge wie diese, von engagierten jungen Medienmenschen mit viel Können und Herzblut produziert, machen «Digezz» nicht bloss zu einer Medienseite, sondern vielmehr zur Plattform für Medienzukunft.


Logoentwurf für die Plattform «Digezz». (Zeichnung: Larissa Schneider)

Format C:

Smartphone addiction? There's an app for that.

Hacker

Journalist und Multimediaprofessor war ich schon. Seit heute aber habe ich noch einen Beruf mehr: Die Arbeitsgruppe «Open Glam» («Galleries, Libraries, Archives, Museums») von Open Data Schweiz porträtiert mich in ihrem Blog als «Hacker». Grund dafür ist das Projekt, das ich vor einem Jahr am ersten Schweizer Kultur-Hackathon programmiert habe: Historical Tarot Freecell (Dokumentation im Wiki von Open Data Schweiz). Nun denn: Auf ein Neues!


«Hacking» im «Starbucks», Basel. (Bild: Marion Regenscheit)

100 Sekunden Religion

Theologiestudierende zu multimedialen Geschichtenerzählern machen: Das ist das Ziel des interdisziplinären Seminars der Theologischen Hochschule Chur (THC) und der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Chur, das ich in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Christian Cebulj veranstalte. Am Anfang steht die unbändige Neugier der Studierenden, am Ende das Hörlexikon «100 Sekunden Religion». Ein Ergebnis, das sich hören und sehen lassen kann.

Magische Quadrate

Bei der Arbeit an meiner Version des Zahlenspiels «Sudoku» bin ich vor Jahren auf die sogenannten «magischen Quadrate» gestossen, Quadrate aus 32, 42 oder mehr Zahlenfeldern, deren Zeilen, Spalten und Diagonalen stets dieselbe «magische» Summe ergeben. Mein Radiobeitrag über das ganz besonders vertrackte Zahlenquadrat des Malers und Mathematikers Albrecht Dürer aus dem Jahr 1514 in dessen rätselhaftem Kupferstich «Melancholia I» hat seinen Weg in meinen 100-Sekunden-Blog und in mein Buch «Takeaway» gefunden.


Detail aus dem Meisterstich «Melancholia I» Albrecht Dürers (1471-1528). (Ausschnitt: Wikimedia)

Inspiriert vom Inder Srinivasa Ramanujan (1887-1920) und dessen magischem Quadrat hat der Schweizer Mathematiker Hansruedi Widmer eine Methode entwickelt, magische Quadrate zu konstruieren, deren erste Zeile (etwa durch ein Geburtsdatum) gegeben ist. Dieses hier, von Widmers Hand und mit der «magischen» Summe 101, trägt mein Geburtsdatum. Mathemagie.


Magisches Quadrat für den 12. 8. 1962: Die Felder einer jeden Farbe ergeben die «magische» Summe von 101.

100 Sekunden

Alles neu macht der Mai. Zum Beispiel meinen Wissensblog «100 Sekunden» mit Illustrationen des Berner Künstlers Lopetz. «100 Sekunden» ist die Onlineversion jenes Hörlexikons, das mir bereits vorschwebte, als Radio SRF 2 Kultur im Frühjahr 2007 die Rubrik «100 Sekunden Wissen» eingeführt hat. Marketingkollegen beschieden mir damals, mein Vorschlag – eine 100-Sekunden-Enzyklopädie als Website, als E-Book und als gedrucktes Buch – habe kein Potenzial.

Mein Verlag und ich waren anderer Ansicht. Und brachten «Takeaway – 100 x 100 Sekunden Wissen», als gedrucktes Buch und als E-Book, und danach «Nerdcore» heraus, ein Konversationslexikon für Nerds und alle, die es werden möchten. Und mit der Neugestaltung des Hörlexikons «100 Sekunden» ist jetzt auch die interaktive und multimediale Version parat. Mit über 300 Artikeln, mit den für Lexika typischen →Verweisen – zum Stöbern, Lesen und Hören.

Der Sarkophag von Tschernobyl

Vor dreissig Jahren kommt es in Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks von Tschernobyl zur Katastrophe: Die diensthabenden Techniker bemerken die einsetzende Kernschmelze Augenblicke zu spät, die Steuerstäbe lassen sich nicht mehr vollständig in den Reaktorkern einfahren, um 1.23 Uhr nachts explodiert das freigesetzte Wasserstoffgas und sprengt die gesamte Reaktorhülle in die Luft. Das Tausende Grad heisse Feuer reisst die radioaktiven Partikel in die Höhe; der herrschende Südostwind weht die Strahlung über den Norden der Ukraine, über weite Teile Weissrusslands und schliesslich über ganz Europa hinweg. Der Betonbau, mit dem der glühende Reaktorkern schliesslich notdürftig abgedeckt wird, geht als «Sarkophag von Tschernobyl» in die Geschichte ein.


Ein vorwitziger Journalist meines Namens und die Mitglieder der nationalrätlichen Geschäftsprüfungskommission (GPK) Rosmarie Bär, Peter Bodenmann, Elmar Ledergerber, Walter Biel, Paul Günter (von links) im August 1990 vor dem Unglücksreaktor. (Bild: Beat Bieler)

Es dauert mehr als vier Jahre, bis die sowjetischen Behörden zum ersten Mal einer Gruppe westlicher Politiker und Journalisten erlaubt, das Kraftwerk Tschernobyl und die umliegende Sperrzone zu besuchen. Einer dieser Journalisten war ich. Die Wucht der Erinnerungen an diese Recherche vor 26 Jahren nimmt mir noch heute den Atem.

«Der Sarkophag von Tschernobyl», «Das Riesenrad von Pripjat»«Die Kinder von Polesskoje» («Thuner Tagblatt», 28./30./31. August 1990, pdf).

Daniel Laroche †

Am 6. April ist im Alter von 66 Jahren Daniel Laroche verstorben. Daniel «Dänu» Laroche war leidenschaftlicher Reporter und Produzent, Theatermann und Kommunikator: Als Produktionschef und stellvertretender Chefredaktor des «Thuner Tagblattes» hat er mich in die höheren Weihen der Zeitungsproduktion und später des Desktop Publishing eingeführt, auch wenn wir beide bei allem Enthusiasmus nicht ahnten, welche Medienrevolution sich da vor unseren Augen anbahnte.

Was wir indessen bei aller Passion nie vergessen haben, waren Freundschaft und Geselligkeit – unvergessen die Spätdienste mit Redaktionsschluss auf den letzten Drücker, zartrosa gebratenes Lammfilet im Rosmarinjus um drei Uhr morgens inklusive.

Es gibt nicht viele Menschen, von denen ich sagen kann, sie hätten mich massgeblich geprägt. Dänu Laroche zählt zu ihnen.


Daniel Laroche (links) und der damalige Thuner Stadtpräsident Hansueli von Allmen 1993 bei der Übergabe eines vom «Thuner Tagblatt» gestifteten Baums auf dem umgestalteten Mühleplatz. (Bild: Sandra Grünig)

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