Nabel der Welt

So mancher Herrscher hält sich für den Nabel der Welt – und ist damit in guter Gesellschaft. Denn solches tun viele, denen etwas mehr Bescheidenheit besser anstünde. Den Nabel der Welt, den aber gibt’s tatsächlich. Mein neuer Beitrag auf Radio SRF 2 Kultur.

 

Höhen und Tiefen

Die frühen Kartografen standen vor demselben Problem wie wir, wenn wir uns etwa mit Virtual Reality beschäftigen: Wie bringt man eine räumliche Darstellung auf ein zweidimensionales Medium wie Papier oder einen Bildschirm? Die historische Dufourkarte der Schweiz (1845–1865), ein Meilenstein in der Geschichte der Kartografie, löste das Problem durch geschickt angeordnete Höhenlinien und Schraffuren, um die Illusion einer dreidimensionalen Landschaft zu erzeugen und so einen Eindruck von der realen Topografie der Schweiz zu vermitteln.

Dasselbe lässt sich virtuell reproduzieren. Aus dem digitalen Höhenmodell der Schweiz, frei verfügbar beim Bundesamt für Landestopografie Swisstopo, habe ich einen Array extrahiert, der für jeden verfügbaren Messpunkt die millimetergenaue Höhe über Meer enthält. Zeichnet man nun die Höhenwerte in 200-Meter-Breitenschritten nach, ergibt sich eine dreidimensional wirkende Darstellung der Landschaft, die dem historischen Kartenwerk nachempfunden ist. So gesehen ist mein <2kb kleines, auf HTML Canvas basierendes Projekt Toposwiss eine Hommage an die Pioniere im damaligen Eidgenössischen Topographischen Bureau unter der Leitung von Guillaume Henri Dufour.


Projekt Toposwiss: Räumlich wirkende topografische Darstellung der Schweiz.

 

Die Beinahkatastrophe

In den 1950er-Jahren träumte die Schweiz davon, ein eigenes Atomkraftwerk zu entwickeln und baute in Lucens VD eine Versuchsanlage. Das Vorhaben stand unter einem schlechten Stern: Beim Hochfahren der Anlage im Januar 1969 schmolz ein Brennstab durch und explodierte. Nur knapp entging die Schweiz einem GAU. Mein neuer Beitrag im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums und auf Watson.

Emoji World

Das Projekt Confœderatio emojica fand in «meinem» sozialen Netzwerk Mastodon einigen Anklang, und ein Follower regte an, nicht nur eine Schweizer, sondern doch besser gleich eine ganze Weltkarte aus Emojis anzufertigen. Gesagt, getan: Hier ist Emoji World in Rektangularprojektion, bestehend aus 20 000 Emojis, einschliesslich Tag- und Nachtzonen in Echtzeit.

Emoji World: Eine Weltkarte aus 20 000 Emojis mit Tag-und-Nacht-Grenze.

 

Meton II

Ich habe lange gezögert. Mein Handwerk ist ein virtuelles: Ich entwickle Webapps, die Schweizer Bergipfel erkennen (Mont), Mondphasen simulieren (Meton) oder auch ganz einfach unterhalten (Mahjongg). Mein Handwerk ist nicht Konstruktion, Fräsen und Montieren, und von CAD wusste ich bis vor einem Jahr nur, dass es ein englisches Akronym für Computer-Aided Design ist.

Aber am Ende war die Neugier stärker. CAD gibt's als Open-Source-Software, Konstruktion ist vor allem Vorstellungskraft, und das Bauen besorgt der 3D-Drucker. Auf diese Weise entstand Meton I, der mechanische Rechner, der mithilfe der Astronomie der alten Babylonier verblüffend akkurat die Mondphasen ermittelt, für jeden beliebigen Zeitpunkt in Vergangenheit und Zukunft.

Und jetzt ist Schluss mit Plastik. Mein Mondrechner hat eine Materialität verdient, die der dahinter stehenden jahrtausendelangen Wissenschaftsgeschichte entspricht. Bühne frei für Meton II, meinen mechanischen Mondphasenrechner aus geöltem Eichenholz und mit einem Zahnradgetriebe aus Stahl.


Die Mondrechner Meton I und Meton II (3D-Druck bzw. Eichenholz und Stahl).

Und auch dieser Rechner ist noch nicht das Ende der Geschichte. Wohlan denn: Als nächstes also die Kleinserie.

Sündenbibel

Was in der Bibel steht, war zu allen Zeiten für viele Menschen Gesetz. Umso wichtiger, genau hinzusehen, was denn tatsächlich in der Bibel steht. Da gibt es zum Beispiel diese eine, gründlich missglückte, Bibelausgabe, die sogenannte «Sündenbibel». Mein neuer Beitrag auf Radio SRF 2 Kultur.

 

Tribute to Django

Auf den Tag genau vier Jahre ist es her, da hinterliess ich dem Freiburger Saxofonisten André Rossier eine Nachricht. Ob wir uns, wenn wir denn wegen pandemiebedingter Einschränkungen schon nicht proben konnten, gemeinsam eine Version von «Nuages» vornehmen wollten, einen Titel des belgisch-französischen Gitarristen Django Reinhardt (1910–1953).


(Bild: Patrick Caloz)

Und ob wir konnten. Hier ist unser Take, als vorweihnachtliches Geschenk an alle, die unter Jazz mehr als bloss einen Musikstil mit vier Buchstaben verstehen. A tribute to Django – Nuages (mp3, André Rossier ts, Willi Marti dr, myself b).

 
 
 
 
 
 

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