2200 Sekunden

Ende 2006 erhielt die Programmleitung des damaligen Schweizer Radios DRS 2 (heute Radio SRF 2 Kultur) den Auftrag, die Vermittlung von Wissen zu stärken. Eine Wissenschaftsredaktion wurde aus der Taufe gehoben, und als neues Angebot in der Morgen-Primetime liessen sich meine Programmleitungskollegen Maria Ossowski und Peter Burri ein attraktives populärwissenschaftliches Format einfallen: «100 Sekunden Wissen», eine tägliche Radiorubrik, ausgestrahlt von Montag bis Freitag um 6.55 und um 10.20 Uhr.

Seit dem Anfang ich mit dabei, bis auf den heutigen Tag. 2021 gab's insgesamt 2200 Sekunden Wissen aus meiner Feder: von gebrochenen Preisen, Nadeln und Panzerknackern über das Schweizer-Käse-Modell, den Marshmallow-Test und den Faradayschen Käfig bis hin zur Tinte, dem Flipperkasten und dem Hashtag.

Apropos Sekunde:

 
 
 
 
 
 

2:01

Dieser Beitrag (mp3, ogg) entstand im Auftrag von Radio SRF 2 Kultur und wurde am 10. Juli 2013 in der Rubrik «100 Sekunden Wissen» ausgestrahlt.

Embraceable You

Wenn Musiker ihren Gedanken freien Lauf lassen, entsteht entweder grundlegend Neues – oder aber es kommt längst vergessen Geglaubtes zum Vorschein. So geschehen in der heutigen Bandprobe, als Gitarrist Christoph Thiel den Klassiker «Embraceable You» anstimmte. Sage und schreibe 16 Jahre ist es her, dass wir den Song zum letzten Mal gespielt haben (Peter Widmer voc, Jean-Luc Gassmann p, Christoph Thiel g, Corner Sidler dr, myself b). Aber die Aufnahme von 2005 hat trotz ihres Alters keinen Staub angesetzt.

 
 
 
 
 
 

6:52

Multimedia Awards

Jedes Jahr veranstaltet das Institut für Multimedia Production der Fachhochschule Graubünden und der Hochschule der Künste Bern eine rauschende Gala. Die Bühne des Plaza Klubs Zürich gehörte dieses Jahr den grossartigsten studentischen Medienbeiträgen, die im vergangenen Jahr in meinen Modulen entstanden und auf der Medienplattform «Digezz» publiziert worden sind. Mal federleicht und heiter, mal hintergründig und erdenschwer: Die für die Multimedia Night nominierten Projekte sind Multimedia at its best.

Die Fachjury – Martina Fehr, Direktorin des MAZ in Luzern und Präsidentin der Stiftung «Schweizer Presserat»; Sarah Rosenwald, Senior Concept Developer der Zürcher Livekommunikations-Agentur Standing Ovation; Seline Freiburghaus, Grafikdesignerin und Multimediaproduzentin der Berner Werbeagentur Casalini – war um ihren Job nicht zu beneiden. Sie hat ihre Wahl getroffen: Die Multimedia Awards des Jahres 2021 (Tusch!) gehen an «Raum für alle», eine aufrüttelnde Aufklärungsaktion über sexuelle Belästigung und das Unbehagen junger Frauen auf dem Nachhauseweg, an «Lifere ond Lafere», einer überbordend originellen multimedialen Liebeserklärung an den Appenzeller Dialekt, und an «Nasa Astronaut x Jet Pilot», einer eindrucksvoll inszenierten Begegnung zweier Schweizer Superstars, des Astronauten Claude Nicollier und der Kampfpilotin Fanny Chollet. Der Publikumspreis schliesslich geht an «The Ethereum Hunter», einer virtuos animierten filmischen Parabel über die (selbst-) zerstörerischen Folgen menschlicher Gier.

Es sind Produktionen wie diese, die so viel mehr sind als bloss «professionell»: Es sind eigentliche Fenster in mögliche Zukünfte von Medien und Kommunikation.

Vully Blues Festival

Was für ein Abend: Seite an Seite mit Tiza Brown, Philipp "Bluedög" Gerber und Dominic Shoemaker haben Blues Green am 14. Vully Blues Festival in Praz gespielt: In der Bigband-Besetzung Barbara Andrey (voc), Lucio Crivellotto (voc, g), Christoph Thiel (voc, g), Jean-Luc Gassmann (p), Denis Pittet (tp), André Rossier (as), Markus Karl (ts), Daniel Gaggioli (bar), Willy Marti (dr) und myself (b) haben wir das «Blues boat» gerockt. Blues Green und der Vully Blues Club: Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.


Blues Green, 14. Vully Blues Festival, 5. November 2021. (Bild: Christophe Losberger)

 
 
 
 
 
 

4:39

 

Auferstanden von den Toten

Im Marienheiligtum von Oberbüren (BE) bot die katholische Kirche des Mittelalters ganz besondere Dienste an: Tot geborene oder bei der Geburt gestorbene Kinder wurden kurz «wiederbelebt», um getauft und danach beigesetzt werden zu können. Die Kirche von Oberbüren war aber nicht nur ein Wallfahrtsort, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor, denn kostenlos war bloss die Auferweckung, nicht aber die Taufe oder die Bestattung. Die angebliche Wiedererweckung von den Toten war ein glänzendes Geschäft für den Kanton Bern, und erst die Reformation setzte dem Treiben ein Ende. Mein neuer Text im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums und auf Watson.

Der Standort des einstigen Marienheiligtums in Oberbüren BE, die Eisenplastik «Die Feder» des Solothurner Künstlers Gunter Frentzel, eine Rekonstruktion der Wallfahrtsanlage und Grabungsarbeiten mit Grundmauern und Skeletten. (Bilder: Thomas Weibel; Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Daniel Marchand/Max Stöckli, Peter Liechti)

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