Blues Green reloaded

Alles neu macht der Januar: Dem Trend zu Mobile First und zu fancy onepagers kann sich auch meine Band «Blues Green» nicht länger verschliessen. Die alte Website ist im virtuellen Orkus verschwunden und hat Platz gemacht für ein neues, frisches, mobiloptimiertes Showcase mitsamt Video-Header und custom-built audio player: Bildschirm frei für den Bluespopjazz made in Switzerland.

 

Europeana


«Manesse Gammon»: Frühmittelalterliches Online-Gaming.

Europeana ist eine gross angelegte digitale Bibliothek, die der Öffentlichkeit das kulturelle und wissenschaftliche Erbe der Alten Welt zugänglich machen will – von der Vor- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart, in Bild, Text, Ton und Film. Um den kreativen Umgang mit den immensen Datenbeständen zu fördern, unterhält Europeana einen Showcase-Bereich mit aus kuratorischer Sicht beispielhaften Anwendungen.

Eines dieser Best-case-Beispiele, die Europeana ins virtuelle Schaufenster gestellt hat, ist mein Projekt «Manesse Gammon». Das Onlinespiel, entstanden im Rahmen des Swiss Open Cultural Data Hackathon 2016 an der Universität Basel, lässt einen Spieler aus dem Jahr 1300 wieder auferstehen. Dieser ist alles andere als ein einfacher Gegner: Er spricht nur Mittelhochdeutsch, und er hat ein gutes Händchen beim Würfeln. Auftritt Herr Gœli.

 

Fünf Kilo

Anfang 2000 hatten der amerikanische Web-Pionier Stewart Butterfield (Gründer und CEO von «Slack», davor von «Flickr») und sein Freund Eric Costello eine zündende Idee. Um dem Teufelskreis «schlampige Programmierung erfordert höhere Bandbreiten brauchen schnellere Browser erlauben noch schlampigere Programmierung» zu entkommen, riefen sie den Wettbewerb the5k.org für originelle und innovative Webseiten und -Apps ins Leben. Die Projekte durften – alles inbegriffen – maximal 5 Kilobyte (5120 Bytes1) auf die Waage bringen und wurden anschliessend von einer hochkarätigen Fachjury und Usern in aller Welt bewertet. Die drei Austragungen von 2000 bis 2002 brachten Juwelen der Webtechnik an den Tag; einige davon, darunter «the5k Chess», stehen noch heute im Netz.

Es war dieser Wettbewerb, der mich vom ungläubigen Staunen zum aktiven Programmieren brachte. Mit meinem allerersten Projekt «the5k Chrono» nahm ich 2002 teil. Heute, 15 Jahre nach dem Ableben der genialen 5k competition, nehme ich den Faden nochmals auf: «Timepiece», eine Hommage an den Schweizer Ingenieur und Designer Hans Hilfiker und dessen Bahnhofsuhr von 1944, als virtuelle Replika mit dem charakteristischen Sekundenstopp bei 12 Uhr, als single-file application, ohne Grafiken, Libraries oder Frameworks, responsive, in reinem HTML 5. Und, natürlich, in weniger als fünf Kilo2.

1 Zum Vergleich: Wenn die Datenmenge eines durchschnittlichen Handyfotos der Fläche eines Tisches entspricht, sind 5 Kilobyte ungefähr die Grundfläche einer Zigarettenschachtel.
2 Genauer: In exakt 4624 Bytes.

Capturesix

Mit einer Ausstellung an der Berner Hochschule für Künste ist das in meinem Modul «Konvergent Produzieren» entstandene Studierendenprojekt «Capturesix» von Julia Leu und Tim Glatthard zu Ende gegangen. Ein Fotowettbewerb, eine Website, eine Facebook-Seite, ein regelmässiger Newsletter, eine zu gewinnende Leica, zwei Events, drei Fachexperten, sechs Monate, 662 eingereichte Fotos: Grandios.


«Capturesix»: Fotoausstellung an der Berner Hochschule für Künste. (Bild: Miriam Meier)

Future Lab

Es begann mit einer Anfrage der deutschen Future of Leadership Initiative (FLI), ob das Institut für Multimedia Production der Hochschule für Wirtschaft und Technik Chur nicht Videos vom diesjährigen «Future Lab» drehen könne, einem von der FLI durchgeführten Design-Thinking-Workshop zum Thema «Urban Mobility», der zeitgleich im Vodafone-Tower in Düsseldorf und an der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin durchgeführt wurde.

Ich fand: Das Institut kann. Und wie es konnte! In weniger als 36 Stunden entstanden

  • 1 Foto- und Video-Liveblog,
  • 44 Blogposts, mehr als zwei pro Stunde,
  • 74 Fotos in 11 Bildergalerien,
  • 6 Konferenz-Liveübertragungen à total 4 Stunden,
  • 33 Videos à total 40 Minuten,
  • 0,2 TB an Rohdaten, erstellt mit insgesamt
  • 90 Kilo Kameras, Mikrofonen, Stativen und Technikmaterial.

Produziert wurde die multimediale Liveberichterstattung von sechs Studierenden im ersten Semester (!), die – unterstützt von vier weiteren Kollegen – eine Multimediaredaktion bildeten, die so manches Onlinemedium vor Neid erblassen liesse. Das Ergebnis war des Kongresstitels «Future Lab» würdig: ein mediales Zukunftslabor.


Filmen Fotografieren fotografieren: Schnappschuss in der European School of Management and Technology (ESMT) Berlin, im Gebäude des früheren Staatsrates der DDR. (Bild: Thomas Hodel)

 
1 ... 3 4 5 6 7 ... 27