De re publica

2017 war ich mit einem lightning talk über mein Projekt «100 Sekunden» da, 2019 mit meinem Vortrag «Raus aus dem Museum!», und dieses Jahr war ich mal wieder nur gewöhnlicher Besucher. Ein ungemein interessierter allerdings: Künstliche Intelligenz, Plattform-Oligopole, rechtsextreme Politik und wie wir den Raum der sozialen Medien wieder zurückgewinnen müssen: Die re:publica in Berlin, jene ganz besondere Mischung aus Konferenz und Messe zu Netzpolitik, Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft, bot einmal mehr jede Menge food for thought. Post:publica ist prae:publica – auf Wiedersehen nächstes Jahr in der Station Berlin.


Talk «Raus aus dem Museum!» auf der re:publica 2019.

Andi Steiner †

Vor 16 Jahren hatte Andi Steiner seinen ersten Auftritt im Probenkeller meiner Band Blues Green an der Konsumstrasse in Bern. Viele Konzerte haben wir zusammen gespielt, und als mir Andi in der obligaten Wartezeit zwischen Soundcheck und Gig einmal erzählte, er würde gerne mehr unterrichten, habe ich ihn kurzerhand als Lehrbeauftragten an meine damalige Hochschule geholt. Zehn Jahre lang hat er das Fach «Make it sound», das ich kurz zuvor konzipiert hatte, mit viel Geschick und Engagement geleitet und zum beliebtesten Wahlpflichtmodul des gesamten Studiengangs gemacht.

Vorgestern Nacht, am 13. Mai, ist Andi überraschend verstorben. Wir werden ihn, seine Freundschaft und seinen Humor sehr vermissen. Farewell, Andi.

Blues Green in der Berner Mahogany Hall, 20. Juni 2013: Everyday I Have the Blues (Lucio Crivellotto voc, g; Christoph Thiel p; Thomas Weibel b; Heinz Richner dr; Markus Karl ts und Andi Steiner tp).

Römische Dodekaeder

Bei Ausgrabungen tauchen in Europa immer wieder Gegenstände auf, deren Rätsel ungelöst ist: die sogenannten römischen Dodekaeder – ein archäologisches Rätsel, das bis heute ungelöst ist. Mein neuer Beitrag auf Radio SRF 2 Kultur.

 

Showtime

15 Jahre ist es her, da haben Veranstalter Jean-Christophe Despond und wir von Blues Green einander kennengelernt. Ein volles Dutzend Mal sind wir bei ihm aufgetreten, zuerst am City Beach namens «Fribourg Plage», dann im Freiburger Stadtclub «Sous-sol» und, als er schliesslich das Restaurant «La Pinte» in seinem Heimatdorf Farvagny übernahm, im neu gebauten Konzertlokal «La Petite Pinte».

Nun bricht Jean-Christophe auf zu neuen Ufern, und Ende Juni schliesst «La Petite Pinte» ihre Tore – ein herber Verlust für die ganze Region. Unser letzter Gig vom 1. November 2025 wird uns ganz besonders in Erinnerung bleiben – auch dank der Konzertvideos, die heute erschienen sind. Vorhang auf für «Why Did You Do It».

Blues Green am 1. November 2025 live in der Petite Pinte, Farvagny FR. (Video: Benoît Perritaz)

 

Pixel World

Landkarten haben den Zweck, den topografischen Raum zu erfassen und möglichst exakt auf eine Ebene zu projizieren. Genau das versuchen seit jeher auch Computerspiele – anfänglich nur monochrom und in 2D, heute in täuschend echten räumlichen Darstellungen. Warum also nicht die Landschaft mithilfe von Game Art abbilden? Pixelland, meine isometrische Karte der Schweiz, und meine Weltkarte Pixel World sind Hommagen an die frühen Games mit ihrer grobpixeligen 8-Bit-Grafik. Und an Künstler wie Scrabling, die ihre Game Art der Welt unter offenen Lizenzen zur Verfügung stellen.


Pixel World: Weltkarte aus 20 000 isometrischen 8-Bit-Kacheln.

 

Kalifornien

Im Westen der USA liegt Kalifornien, und südlich davon, in Mexiko, liegt die Halbinsel Baja California. Doch das war nicht immer so: Jahrhundertelang glaubten Seefahrer, hier liege vielmehr eine Insel. Diese Insel namens Kalifornien sollte sich zu einem der grössten Irrtümer in der Geschichte der Kartografie auswachsen. Mein neuer Beitrag auf Radio SRF 2 Kultur.

 

Letterjongg

Gamification ist in aller Munde: Auch Gedächtnisinstitutionen – Museen, Bibliotheken, Galerien, Archive – nutzen immer mehr spielerische Interaktivität, um das Ausstellungserlebnis ihrer Besucherinnen und Besucher zu erweitern. Ein einfaches Beispiel dafür habe ich an der diesjährigen Eva Berlin Conference im Fraunhofer-Institut Berlin präsentiert: das Onlinegame Letterjongg, das ich anlässlich des Swiss Open Cultural Data Hackathon 2018 im Schweizer Nationalmuseum in Zürich programmiert habe.


Das Spiel Letterjongg an der Eva Berlin Conference.

Das Spiel stellt, anstelle der fernöstlichen Ikonographie des chinesischen Originals, Lettern aus der Renaissance dar, die aus der Horaz-Gesamtausgabe aus der Aldus-Offizin in Venedig von 1501 stammen. Die Schrift wurde vom Bologneser Schriftschneider Francesco Griffo geschaffen und zeigt, zum ersten Mal in der Geschichte, einen kursiven Schriftschnitt.

Ein Onlinespiel als musealer Vermittler: Gamification erlaubt einen neuen, unkonventionellen Zugang zu historischen Inhalten. Und der kann, wie «Letterjongg» zeigt, ganz schön vertrackt sein.

PS: Und für alle, die bis zum offiziellen Erscheinungstermin des Konferenzbandes nicht warten mögen: Hier gibt's mein Paper Letterjongg! Featuring Historical Fonts Using Casual Games zum Download.

 
 
1 2 3 4 5 6 ... 55
 

Weiter zu Youtube? Lesen Sie dazu die Datenschutzerklärung.