Nuages

Dass Proben und Auftritte der Pandemie zum Opfer fallen, muss nicht zwingend Verzicht bedeuten. Homeoffice geht auch unter Musikern. Daher: Vorhang auf für das Trio André Rossier (ts), Willi Marti (dr) und myself (b) – und vor allem für unsere minimalistische Verneigung vor Django Reinhardt (1910–1953) und seinem himmlischen Titel «Nuages» (mp3).

 
 
 
 
 
 

4:14

Der Journalismus von morgen

Gut zwei Jahre ist es her, da fragte mich das Journalistische Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz um Rat. Aus der Anfrage wurde ein offizielles Beratungsmandat, dem am Ende zwei Projekte entsprangen: der Pilotkurs «Kreatives Medienlabor», geleitet von meinen Mainzer Kollegen Philipp Neuweiler und Jens Hartmann, und mein eigener Grundkurs «Interaktive Medien» für Studierende des Fachs Journalismus. Beide Kurse feiern in diesem Semester ihren ersten Geburtstag, und die von den Studierenden eigenständig und eigenhändig realisierten Medien- und Onlineprojekte haben es wahrhaft in sich. Das geheime Leben im Wald, SUB Graffitti, Alles (k)ein Fake?, Inside Insights – leidenschaftlich, sinnlich, zugleich ernst und verspielt, interaktiv und multimedial: So sieht er also aus, der Journalismus von morgen.


Mai 2019: Erste Projektsitzung mit den Studiengangsverantwortlichen von Hochschule und Universität Mainz.

Fünf Kilo

Anfang 2000, vor gut 20 Jahren, hatten der amerikanische Web-Pionier Stewart Butterfield (Gründer und CEO von «Slack», davor von «Flickr») und sein Freund Eric Costello eine zündende Idee. Um dem Teufelskreis «schlampige Programmierung erfordert höhere Bandbreiten brauchen schnellere Browser erlauben noch schlampigere Programmierung» zu entkommen, riefen sie den Wettbewerb the5k.org für originelle und innovative Webseiten und -Apps ins Leben. Die Projekte durften – alles inbegriffen – maximal 5 Kilobyte (5120 Bytes1) auf die Waage bringen und wurden anschliessend von einer hochkarätigen Fachjury und von Usern in aller Welt bewertet. Die drei Austragungen von 2000 bis 2002 brachten Juwelen der Webtechnik an den Tag; einige davon, darunter the5k Chess, stehen noch heute im Netz.

Es war dieser Wettbewerb, der mich vom ungläubigen Staunen zum aktiven Programmieren brachte. Mit meinem allerersten Projekt the5k Chrono nahm ich 2002 an der 5k competition teil. Vor drei Jahren habe ich den Faden nochmals aufgenommen: Timepiece, eine Hommage an den Schweizer Ingenieur und Designer Hans Hilfiker und dessen Bahnhofsuhr von 1944, als detailgetreue Replika mit dem charakteristischen Sekundenstopp bei 12 Uhr, als single-file application in vanilla javascript, ohne Grafiken, responsive und, natürlich, in weniger als fünf Kilobyte2.

1 Zum Vergleich: Wenn die Datenmenge eines durchschnittlichen Handyfotos der Fläche eines Tisches entspricht, haben 5 Kilobyte ungefähr die Grundfläche einer Streichholzschachtel.
2 Genauer: In exakt 4721 Bytes.

 
 
 
 
 
 

1:51

Dieser Beitrag (mp3) entstand im Auftrag von Radio SRF 2 Kultur und wurde am 12. Februar 2018 in der Rubrik «100 Sekunden Wissen» (Montag bis Freitag, 6.55 und 10.15 Uhr) ausgestrahlt.

Zeitungsarchiv

Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Auf e-newspaperarchives.ch findet sich seit heute eine digitale Komplettausgabe meines Leibblatts, «Der Bund» – von 1. Oktober 1850 bis 31. Dezember 1994, insgesamt 66 174 Ausgaben, total 803 931 Seiten. Am 8. April 1983 erschien hier mein allererster Zeitungsartikel mit dem Titel «Die Sowjetunion und der ständige Krisenherd Naher Osten», und daraus sind im Laufe eines Journalistenlebens viele Tausend Artikel, viele Hundert Radiobeiträge und (bisher) drei Bücher geworden. À suivre.

swisspeaX

Ausflug in die dritte Dimension: Mein Extended-Reality-Projekt swisspeaX bildet die gesamte Schweizer Topografie auf einer mobilen Website nach, so wie sie der Nutzer an seinem aktuellen Standort sehen kann. Möglich wird die Smartphone-Webapp durch das Javascript-Framework A-Frame, die Geolocation-API von HTML 5 und durch offene Daten, die das Bundesamt für Landestopografie zur Verfügung stellt: eine topografische Landeskarte, Toponymie-Datenbanken und ein Höhenmodell auf der Basis eines 200-Meter-Rasters, Datensätze, die auf der Plattform opendata.swiss zum freien Download bereitstehen.


Blick von Schwarzsee FR nach Süd-Südost. (Quelle: Bundesamt für Landestopografie)

Die App lässt sich mit dem Smartphone überall nutzen, wo man gerade ist. Lässt man die GPS-Lokalisierung zu, stellt swisspeaX die Landschaft höhen- und lagerichtig dar und blendet die Namen aller nahegelegenen Ortschaften, Gewässer, Hügel sowie Berggipfel (jeweils einschliesslich Distanz und Meereshöhe) ein. Ein Kompass zeigt die augenblickliche Blickrichtung sowie die Höhe über Meer an.

swisspeaX ist interaktiv: Mit der Eingabe eines Ortsnamens (oder auch mithilfe von Parametern im Format https://www.thomasweibel.ch/swisspeax/?ort=Chur bzw. https://www.thomasweibel.ch/swisspeax/?lon=759662&lat=190702) lässt sich jeder beliebige Standort innerhalb der Landesgrenzen aufrufen. Die jeweiligen Buttons bieten einen Rundblick aus 10 000 Metern Höhe, bewegen die virtuelle Kamera um einen Kilometer nach vorn oder führen zurück zum Ausgangspunkt. Waagrecht gehalten, bietet das Smartphone einen Vollbild-Modus.

swisspeaX lässt sich mit jeder Art von Geoinformationen bespielen, die sich auf opendata.swiss herunterladen lassen. Offenen Daten gehört die Welt. Und ganz besonders die Schweiz.

 
 
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