Hacking Gutenberg

Der Schweizerische Kulturdaten-Hackathon, der dieses Jahr an der Universität Lausanne stattfindet, ist – obgleich erst drei Jahre jung – ein wichtiger Termin für Hacker und Forscher gleichermassen. Der Hackathon hat zum Ziel, gemeinfreie digitale Schätze der schweizerischen Gedächtnisinstitutionen (Museen, Bibliotheken, Archive, Galerien) zu heben und mittels ebenso nutzbringender wie kreativer Anwendungen zugänglich zu machen.

Nach meinen beiden bisherigen Hacks «Tarot Freecell» und «Manesse Gammon», die im Rahmen der ersten beiden Hackathons 2015 und 2016 entstanden sind, habe ich mir dieses Jahr – in Zusammenarbeit mit Elias Kreyenbühl von der Universitätsbibliothek Basel – die Typografie der Inkunabelzeit vorgenommen. Die Drucktechnologie des ausgehenden Mittelalters besass eine disruptive Kraft, die sich am ehesten noch mit jener des World Wide Web vergleichen lässt.


Elias Kreyenbühl (links), Thomas Weibel.

Was immer Johannes Gutenberg vom Spielen gehalten haben mag: In meinem neuen Projekt «Gutenberg Memory» (Dokumentation im Wiki von Opendata Schweiz) wird das Schriftbild seiner Druckbibel von 1454/1455 sowie vier weiterer Inkunabeln und Postinkunabeln zur mnemotechnischen Knacknuss. Das Kinderspiel «Memory», auf einfache, einprägsame Optik angelegt, wird mit 40 Karten und der Selbstähnlichkeit Gutenbergscher Druckbuchstaben zur echten Herausforderung.


«Gutenberg Memory» (15./16. September 2017, Projektdokumentation)


«Manesse Gammon» (1./2. Juli 2016, Projektdokumentation)


«Tarot Freecell» (27./28. Februar 2015, Projektdokumentation)

Bachelors und Bachelorettes

Alle Jahre wieder: Jeden September verlassen 90 Studierende die Hochschule – als Bachelors und Bachelorettes of Science in Media Engineering, mit einem Joint Degree der Hochschule für Technik und Wirtschaft Chur und der Berner Fachhochschule in der Tasche. Neben dem Verfassen einer wissenschaftlichen Abschlussarbeit haben sie Lehrprojekte realisiert, die in die Medienzukunft weisen: Von der nichtlinearen Auslandsreportage über interaktive Infografiken bis hin zu veritablen Spielfilmen und Virtual-Reality-Welten. Die Videoteaser der diesjährigen Arbeiten wurden im TPC in Zürich einem Fachpublikum aus Medien und Kommunikation präsentiert. Und die Besucher kamen, sahen und staunten.

Wer's verpasst hat: Die Studierendenplattform Digezz hält alle Arbeiten parat. Für alle, die mitsehen und mitstaunen wollen.

TPC, Fernsehstudio 1, Zürich-Leutschenbach.

Whiteness

Whiteness, Mainland, Shetland-Inseln, Schottland.

Geld ist geil

Mein Buch «Bare Münze», das diesen April im Basler Verlag Johannes Petri erschienen ist, hat in der Presse über Erwarten grosse Resonanz gefunden. Das St. Galler Tagblatt (pdf), die Thurgauer Zeitung, die Luzerner Zeitung, Der Bote der Urschweiz, der Berner «Bund» und das Wirtschaftsmagazin «Saldo» waren von meinen 49 Geldgeschichten sehr angetan. Ich hätte es womöglich nicht ganz so ausgedrückt wie Rezensentin Valeria Heintges, aber es ist nicht von der Hand zu weisen: Nicht nur Geiz, sondern auch Geld ist geil.

Und daher schreibe ich weiter: Geld stinkt nicht: Von Steuern und Latrinen, wie Deutschlands Staatskasse ausgeraubt wurde, das Hirn ist nicht für Geld gemacht, Geld per SMS – Kenias grosser Coup, neutrales Geld und das Wunder von Wörgl, Langfingern das Handwerk legen, das Kreuz mit dem Zins und das erwünschte Inflatiönchen: À suivre.

Update, 6. August 2017: Im Rahmen der 7. Basler Buchnacht des internationalen Literaturfestivals «BuchBasel» (pdf) werde ich aus «Bare Münze» lesen – am Freitag, 10. November, wird es um 19.30 Uhr in der Basler Buchhandlung «Narrenschiff» um Kaurimuscheln, Obolen, Brakteaten, Karlspfunde, Farinets und Bitcoins gehen. Auch wenn Geld allein nicht glücklich macht: Finanzwissen macht zumindest klüger.

Blues Green live

Vor genau drei Jahren: Blues Green live in der altehrwürdigen Mahogany Hall, Bern: Damn Your Eyes.

 
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