Der Prix Europa in Berlin ist das grösste Medienfestival für öffentlich-rechtliche Produktionen in verschiedenen Kategorien der Medien Fernsehen, Radio und Multimedia. Seit 20 Jahren nehme ich am Prix Europa teil, mal als Referent, mal als Liveblogger, fast jedesmal als Mitglied der Online-Jury. Eine ganz persönliche Shortlist.


Der Prix Europa, ausgetragen von 1987 bis 2018 im Haus des Rundfunks, Berlin; seit 2019 in Potsdam.

5 Gastgeberinnen, 28 Tage, 28 Telegram-Channels, Aberhunderte von Nachrichten, Audios und Videos: The Cycle Club des niederländischen Rundfunks VPRO enttabuisiert den weiblichen Zyklus mit den Mitteln von Social Media und Instant Messaging. Fakten statt Fake, Augenhöhe statt Belehrung, Tag für Tag, einmal durch den gesamten Zyklus hindurch.

Nachdem der norwegische Rundfunk NRK mit seinem Projekt The Hunt for Climate Change Geschichten von Menschen erzählte, die den Klimawandel schon heute am eigenen Leib erfahren, will nun Your Climate Future Norwegen im Jahr 2100 darstellen – eine Welt, die um 2,6 Grad wärmer geworden ist, in der sich zum Beispiel in Oslo Starkregen und Sturmfluten häufen, der Meeresspiegel steigt, die Anzahl der Skitage auf die Hälfte fällt und die Gletscher abschmelzen, als interaktiver Mobile-first-Onepager liebevoll animiert und auf der Basis einer Unmenge wissenschaftlich ausgewerteter Klimadaten.

Aufklärung als Escape Game: Mit Troll Bunker wagt der finnische Rundfunk YLE den Spagat zwischen Medienpädagogik und Unterhaltung. Das mobiloptimierte Onlinegame auf der Basis des Javascript-Frameworks BabylonJS ist immersiv und fesselnd, und je nach Rätselgeschick dauert das Entkommen aus dem Verlies eines Internet-Trolls zwischen 15 und 60 Minuten.

Wie belebt man eine höchst erfolgreiche, aber angejahrte Medienmarke? Der interaktive Tatort Höllenfeuer ist ein interaktives und sprachgesteuertes Hörspiel für Amazon Alexa und Google Home - und für alle, die keinen Smartspeaker haben, auch fürs Web. Mit realen TV-Darstellern als Sprechern, in über 200 Szenen und Hunderten möglicher Entscheidungen, einer packenden Story und einem eindrucksvollen Sounddesign ist der interaktive Tatort des bayrischen Rundfunks eine Produktion der Superlative.

Jedes Smartphone enthält sieben Gramm seltene Erden – Mineralien, die auf der ganzen Welt selten sind, ausser im Kongo. Allein, der Abbau dieser Mineralien hat einen hohen Preis, finanziell, vor allem aber auch sozial, wenn nicht gar in Menschenleben. Mit dem Augmented-Reality-Projekt Seven Grams (iOS, Android) lässt uns der Journalist Karim Ben Khelifa ins Innere unseres Smartphones reisen und ebenso in den Kongo und in die traumatisierende Vergangenheit der oft minderjährigen Zwangsarbeiter.

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