helvetiX

helvetiX tabula interactiva est te per provinciam Helveticam ducens. helvetiX semper tecum ubicumque sis. Identificationem positionis concedis et deinde helvetiX prospectum Helvetiæ ostendet et omnia Romana oppida atque colonias exhibebit cum intervallum passorum atque translationem in linguam Helveticam. Infra est rosa ventorum quæ tuam actualem directionem ostendit.

Si non sis Romanus, sed Helveticus, supra potes quemlibet urbem aut vicum in linguam Helveticam scribere, et recte eo fereris. helvetiX tibi augurat felicem peregrinationem per splendidam Helvetiam!


Urbem helveticam quære: helvetiX (XVI.-XVII. Aprilis MMXXI, descriptio incepti in wikio datorum apertorum Helvetiæ)

PS auf Helvetisch: Das Projekt entstand im Rahmen des (in diesem Jahr von der ETH-Bibliothek ausgerichteten) Swiss Open Cultural Data Hackathon.

PPS: Mein Latein ist nicht mehr ganz so fliessend wie vor 1650 Jahren. Korrekturvorschläge sind daher hoch willkommen.

PPPS: Wer's ganz genau wissen will, findet hier die Aufzeichnung der Projektpräsentation vom 17. April.

 

Bewegliche Lettern

Journalismus ist entweder multimedial oder gar nicht: Mit dieser (zugegebenermassen pointierten) Ansicht stosse ich gestandene Kolleginnen und Kollegen noch immer vor den Kopf. Nicht so meine Studierenden am Journalistischen Seminar der Johannes Gutenberg-Universität Mainz: Sie haben sich für den Vertiefungskurs «Interaktive Medien» entschieden, der heute bereits zum zweiten Mal beginnt (Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4). Die Studierenden lernen HTML, CSS und Javascript von der Pike auf, und Ende Semester wird eine jede und ein jeder von ihnen die allererste selbstgebaute journalistische Website im Netz stehen haben.

Was vor 570 Jahren die beweglichen Lettern waren, ist heute Code. Die publizistische Leidenschaft jedoch ist dieselbe wie eh und je: Ihnen, diesen Studierenden von heute, gehört der Journalismus von morgen.

Der Ur-Laptop

Zweieinhalb Jahre ist es her, da war ich zu Gast im Blog des Schweizerischen Nationalmuseums, als Kulturdaten-Hacker und Schöpfer des Onlinegames «Manesse Gammon». Heute nun erschien in diesem Blog mein erster eigener Text über eine zukunftsweisende, aber vergessene Schweizer Erfindung aus dem Jahr 1977: das Textsystem namens «Scrib», entwickelt von der EPFL und der Firma Bobst Graphic in Lausanne. Der «Scrib» war nicht nur ein Schreibcomputer avant la lettre, er war womöglich der erste Laptop der Geschichte.

PS: Der «Scrib» kann übrigens im Museum für Kommunikation in Bern besichtigt werden.

PPS: Auch auf Radio SRF 2 Kultur war der Scrib bereits zu Gast.
 

Bleistift

Bleistift: Illustration aus «Nerdcore»

Der 30. März ist der internationale Tag des Bleistifts: An diesem Tag im Jahr 1858 erhielt der US-Amerikaner Hymen Lipman das Patent für einen Bleistift mit einem am Ende angebrachten Radiergummi. Der Bleistift selbst ist noch viel, viel älter. Er ist so richtig altmodisch. Retro, wie das heute heisst, aber nicht auf diese hippe Art, sondern altväterisch bis ins Mark aus Graphit und Ton. Die Welt ist voll von Kugelschreibern, Computerkeyboards und Handytastaturen, doch nichts kommt an ihn heran. Der Bleistift ist und bleibt unerreicht. Eine Liebeserklärung.

 
 
 
 
 
 
 

3:40

Dieser Beitrag (mp3, ogg) entstand im Auftrag von Radio SRF 2 Kultur und wurde am 15. Juli 2015 im Rahmen der Serie «Unerreicht» (Sendung «Kultur kompakt») ausgestrahlt.

Geldgeschichten

Neun Jahre ist es her, da hielt ich im Rahmen des damaligen Master of Advanced Studies (MAS) «Multimedia Production & Journalism» eine zweitägige Lehrveranstaltung über Storytelling ab. Eines der im Kurs genannten Beispiele war corporate blogging, und tatsächlich erhielt ich ein Jahr später Post von einem der Studenten, der in der Zwischenzeit seinen MAS erfolgreich abgeschlossen hatte: Ob ich Interesse daran hätte, als Gastautor der Rubrik «Geldgeschichten» im brandneuen Finanzblog der LGT-Group, Vaduz, tätig zu sein.

Als früherer Wirtschaftsredaktor am «Berner Bund» brauchte ich nicht lange zu überlegen. Am 8. Oktober 2013 erschien mein erster Beitrag «Die Rechenspiele des Charles Dow», und gut sieben Jahre später, am 9. Februar 2021, wurde mein letzter Artikel «Jackpot, oder: Das Blatt des toten Mannes» publiziert. Nach mehr als 100 Geldgeschichten aus meiner Feder, nachzulesen im Blog «Bare Münze» oder in meinem gleichnamigen Buch, wird der LGT-Finanzblog nun eingestellt.


Buchtaufe am 3. Mai 2017 in der Basler Buchhandlung «Narrenschiff». (Bild: Laurent Gachnang)

Was haben Münzen mit römischen Gänsen zu tun, wozu dienen Geschenke von Südseefischern, und weshalb lieben Gauner Tausend-Franken-Noten? Warum sind runde Zahlen beim Feilschen schlecht, wieso sind Boni kontraproduktiv, und weshalb sind Gratisgames ein Milliardengeschäft? Monat für Monat eine Recherche von Archäologie bis Makroökonomie, von Buchhaltung bis Kulturgeschichte: Ich werde sie vermissen.

 

PS: And here we go. Glück kostet 95 000 Dollar pro Jahr, die Verlierer der Globalisierung, der Dunning-Kruger-Effekt, die Inflation der Realwerte und wie Liechtenstein zum Franken fand – MAG/NET, die Nachfolgeplattform des LGT-Finanzblogs, enthält bereits fünf Geschichten aus meiner Feder, in Deutsch und Englisch.

Dritte Dimension

Extended Reality (XR) – also Virtual, Augmented und Mixed Reality – wird immer populärer. Bis heute wird XR allerdings auf Einzelobjekte und ergo kleinräumig angewendet, kaum je dagegen im grossen Massstab. Mein experimentelles Projekt «swisspeaX» sollte daher folgende Fragen beantworten: Lassen sich mittels XR auch ausgedehnte, potenziell landesweite Objekte darstellen und mit relevanten Informationen versehen? In 3D, interaktiv, auf der Basis offener Daten und Technologien, auf allen relevanten Geräten (Smartphone, Tablet, Desktop) – und vor allem in Form einer Webseite, so dass ein einfacher, direkter Zugang gewährleistet ist?


Projekt swisspeaX: Blick vom Lido di Ascona nach Südosten. (Quelle: Bundesamt für Landestopografie)

Die kurze Antwort lautet: Ja, aber. Die etwas ausführlichere habe ich meinen Studierenden im Rahmen einer Doppelvorlesung gegeben, die sich um Open Data, Datenvisualisierung im Raum, Geografie, Topografie und Toponymie, um Large-scale-3D-Modelle, um VR-Frameworks und Javascript, um Datenmengen und Weboptimierung, um räumliche Koordinaten-, Strecken- und Winkelberechnungen und vieles mehr gedreht hat.

Drei statt zwei Dimensionen: Extended Reality, als Web-App auf dem Smartphone, ist noch ausgesprochen experimentell. Aber die neuen technischen Möglichkeiten haben das Zeug dazu, das mobile Web um weit mehr als nur 3D zu erweitern.

 

1,5 Meter

Volle Busse hier, Partys da, Fasnacht dort: Social (pardon: physical) distancing scheint akut in Vergessenheit geraten zu sein. Was hilft, ist ein praktischer Distanzrechner für unterwegs. Et voilà. Damit auch der hinterste Fasnächtler und die letzte Partytigerin begreifen, wieviel die gebotenen 1,5 Meter sind.

 
 
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