Der Sarkophag von Tschernobyl

Vor dreissig Jahren kommt es in Reaktorblock 4 des Kernkraftwerks von Tschernobyl zur Katastrophe: Die diensthabenden Techniker bemerken die einsetzende Kernschmelze Augenblicke zu spät, die Steuerstäbe lassen sich nicht mehr vollständig in den Reaktorkern einfahren, um 1.23 Uhr nachts explodiert das freigesetzte Wasserstoffgas und sprengt die gesamte Reaktorhülle in die Luft. Das Tausende Grad heisse Feuer reisst die radioaktiven Partikel in die Höhe; der herrschende Südostwind weht die Strahlung über den Norden der Ukraine, über weite Teile Weissrusslands und schliesslich über ganz Europa hinweg. Der Betonbau, mit dem der glühende Reaktorkern schliesslich notdürftig abgedeckt wird, geht als «Sarkophag von Tschernobyl» in die Geschichte ein.


Ein vorwitziger Journalist meines Namens und die Mitglieder der nationalrätlichen Geschäftsprüfungskommission (GPK) Rosmarie Bär, Peter Bodenmann, Elmar Ledergerber, Walter Biel, Paul Günter (von links) im August 1990 vor dem Unglücksreaktor. (Bild: Beat Bieler)

Es dauert mehr als vier Jahre, bis die sowjetischen Behörden zum ersten Mal einer Gruppe westlicher Politiker und Journalisten erlaubt, das Kraftwerk Tschernobyl und die umliegende Sperrzone zu besuchen. Einer dieser Journalisten war ich. Die Wucht der Erinnerungen an diese Recherche vor 26 Jahren nimmt mir noch heute den Atem.

«Der Sarkophag von Tschernobyl», «Das Riesenrad von Pripjat»«Die Kinder von Polesskoje» («Thuner Tagblatt», 28./30./31. August 1990, pdf).

Daniel Laroche †

Am 6. April ist im Alter von 66 Jahren Daniel Laroche verstorben. Daniel «Dänu» Laroche war leidenschaftlicher Reporter und Produzent, Theatermann und Kommunikator: Als Produktionschef und stellvertretender Chefredaktor des «Thuner Tagblattes» hat er mich in die höheren Weihen der Zeitungsproduktion und später des Desktop Publishing eingeführt, auch wenn wir beide bei allem Enthusiasmus nicht ahnten, welche Medienrevolution sich da vor unseren Augen anbahnte.

Was wir indessen bei aller Passion nie vergessen haben, waren Freundschaft und Geselligkeit – unvergessen die Spätdienste mit Redaktionsschluss auf den letzten Drücker, zartrosa gebratenes Lammfilet im Rosmarinjus um drei Uhr morgens inklusive.

Es gibt nicht viele Menschen, von denen ich sagen kann, sie hätten mich massgeblich geprägt. Dänu Laroche zählt zu ihnen.


Daniel Laroche (links) und der damalige Thuner Stadtpräsident Hansueli von Allmen 1993 bei der Übergabe eines vom «Thuner Tagblatt» gestifteten Baums auf dem umgestalteten Mühleplatz. (Bild: Sandra Grünig)

Push to start the revolution

«Push to start the revolution»: Detail an der Fassade des seit 2005 leerstehenden Grand-Hotels Locarno.

Das liebe Geld

Das liebe Geld: Kaum etwas, das wir so oft brauchen und worüber wir uns trotzdem kaum Gedanken machen. Mein Blog «Bare Münze» richtet sich an alle, die ihr Geld nicht nur ausgeben, sondern mehr wissen wollen. Zum Beispiel über die Banknoten, die kaum einer je gesehen hat (pdf), ab sofort zu lesen im Magazin «Panorama» der Raiffeisen-Gruppe.

Von Schiefertafel bis Smartphone

Wo liesse sich besser über die Digitalisierung von Wissen und Bildung, über open access, lifelong learning und gamification debattieren als in der altehrwürdigen Berner Schulwarte? Die ist längst Teil der Pädagogischen Hochschule Bern, und wo unsere Väter einst auf Schiefertafeln kritzelten, tippe ich heute auf meinem Smartphone: Ein denkbar guter Ort für den Jahreskongress der Schweizerischen Stiftung für audiovisuelle Bildungsmedien (SSAB).

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